Von offenen Türen und 30kg Schokolade: Dominik Grütter stellt sich vor

Flyer Begrüssungsgottesdienst 23.8.2026 (Foto: Salome Lohner)

Seit Anfang August ist Dominik Grütter im Pfarramt bei uns in der Kirchgemeinde. Wie es dazu kam, was Glauben für ihn bedeutet und welches seine nächste Inlineskating-Route ist, erzählt er im Interview. Viel Vergnügen beim Lesen.
Salome Lohner
Hallo Dominik, stell dich doch kurz vor:
Mein Name ist Dominik Grütter, ich bin 34 Jahre alt, bin verheiratet mit meiner Frau Seraina und wohne seit kurzem in Wilen. Im August trat ich mein Pfarramt hier in Wil an.

Wie kam es dazu, dass du Pfarrer wurdest?
Ich bin in einer Freikirche aufgewachsen und wusste schon früh, dass ich Pastor werden möchte. Als Jugendlicher hatte ich dann einen Sportunfall, der mich für mehrere Jahre aufhielt, sodass ich mich dann mit 22 Jahren entschied, statt einer Lehre die Erwachsenenmatura zu absolvieren. Obwohl ich auf dem Papier nicht genug Berufserfahrung hatte, merkte ich, dass Gott mir hier eine Türe öffnete. Einige Jahre später las ich einen NZZ-Artikel, indem es hiess, dass immer weniger junge Menschen Pfarrer werden. Ich hatte das Gefühl: Das ist Gottes ruf an mich!

Wie durch ein Wunder bekam ich dann ein Vollstipendium von der Landeskirche Aargau, mit dem ich dann 7 Jahre an der Uni Zürich Theologie studieren konnte. Diese Zeit war herausfordernd, aber auch unglaublich lehrreich. Gott hat mich begleitet und ist mir beispielsweise beim Lesen von theologischer Literatur immer wieder neu begegnet. Mein Vikariat habe ich in der Reformierten Kirche Winterthur Seen absolviert.

Jetzt bist du seit wenigen Wochen bei uns im Pfarramt, was hat dich hierhin verschlagen?
Eigentlich hatte ich Wil St. Gallen nie auf dem Schirm. Ein Erlebnis was mich das erste Mal hellhörig werden liess, ist die Begegnung mit Peter Burkhart in Griechenland, als die Kirchgemeinde vor rund sechs Jahren eine Pfarrperson suchte. Da war ich aber noch im Studium. Deshalb legte ich diesen Gedanken wieder beiseite. Während dem Vikariat habe ich gemerkt, dass ich meine Stärken in Konfunterricht, junge Erwachsene und Mission sehe. Wie aus dem Nichts trug ein Kollege im Vikariat dieses Inserat an mich heran und ich sah diese Schwerpunkte - fast wie eine weitere Tür die sich öffnete und ich bewarb mich. Diese Offenheit, die mir hier entgegengebracht wurde zeigte immer mehr: Dies könnte ein Platz für mich sein. Deshalb bin ich schlussendlich hier gelandet - nicht geplant aber ich darf merken: Hier entsteht eine Heimat.

Was ist dein Eindruck von uns als Kirchgemeinde? Und wo siehst du Potential?
Die Kirchgemeinde wil ist eine mega lebendige, offene Kirche. Ich wurde von überallher Willkommen geheissen. Ich merke, dass der Glaube das Fundament ist und man miteinander unterwegs mit Jesus ist, das finde ich schön.
Für junge Erwachsene habe ich auf dem Herzen, ein Gefäss zu schaffen, bei dem der Glaube mit Erlebnissen verknüpft wird.

Was sind deine Ziele in den ersten 100 Tagen?
Mein Vikarleiter hat mir etwas mitgegeben, dass ich mir fest zu Herzen nehme: "Aacho, luege, lose und wahrneh". Ich möchte da sein, mit den Menschen ins Gespräch kommen und herausfinden, was ihre Wünsche und Sehnsüchte sind. Auch auf Jesus will ich hören: Wo redet er? Wo hat er eine Vision? Ein wenig wie ein Gärtner. Nicht direkt darauf lospflanzen, sondern zuerst beobachten und geduldig sein, bis man weiss, was dran ist.

Auf was freust du dich besonders bei der Arbeit als Pfarrer?
Ich predige wahnsinnig gerne. Die Vorbereitung ist wie eine Entdeckungsreise für mich. Manchmal kann ein einzelnes Wort eine ganz neue Sichtweise auf eine Geschichte werfen. Das fasziniert mich.
Auch freue ich mich auf den Konfunterricht. Es ist ein Privileg, mit jungen menschen unterwegs zu sein und den Glaube erlebbar zu machen.
Natürlich freue ich mich auch auf zahlreiche Begegnungen mit den verschiedensten Menschen. Mich interessiert, was sie geprägt hat, wie sie Glauben erleben. Die Menschen zu spüren in allen Facetten. In den schönsten Momenten, aber auch wenn es wehtut.

Was bedeutet für dich Glaube?
Er ist mein Lebensfundament. Mit dem unterwegs zu sein, der mich so unendlich liebt, mich sieht und erlöst hat, ist alles für mich. Glaube ist zu wissen, dass ich getragen bin von Gott, und wenn ich mal falle, werde ich aufgefangen.

Hast du einen Lieblingsvers? Oder eine Lieblingsgeschichte aus der Bibel?
Mein Konfspruch begleitet mich nun schon einigen Jahren: Josua 1,9: "Sei stark und mutig! Fürchte dich nicht und lass dich nicht einschüchtern, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wohin du auch gehst."Jesus fordert mich heraus. Es muss nicht alles gelingen, manchmal falle ich um, aber ich weiss, dass Jesus mit mir ist.
Die Geschichte von Petrus auf dem Wasser inspiriert mich sehr. Darüber predige ich übrigens am 23. August an meinem ersten Gottesdienst in der Kreuzkirche.

Was kannst du sehr gut?
Ich kann mich gut motivieren für ein Thema oder eine Idee. Ich würde auch sagen, dass ich andere motivieren kann, etwas anzureissen und auszuprobieren. Ich kann gut auf Menschen zugehen und bin leicht extrovertiert.

Was kannst du überhaupt nicht?
Ich kann keine Witze erzählen, es lacht einfach niemand.
Ich spiele gerne Theater, aber spontan etwas aus dem Ärmel schütteln auf der Bühne - Keine Chance! Ich kann leider auch kein Instrument spielen, mit 14 habe ich die Trompete an den Nagel gehängt.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich lese für mein Leben gerne. Sportlich bin ich gerne auf dem Velo oder beim Inline-Skating. Mein Ziel ist es, im Herbst von Wil bis nach Olten, in die Region meiner Eltern, zu skaten. Ich gehe auch gerne auf Hochtouren mit Freunden und habe vor, das Toggenburg beim Wandern mit meiner Frau zu entdecken.
Ein weiteres grosses Hobby von mir ist Schokolade selbst herstellen. Seit vier Jahren habe ich mein eigenes Rezept und produziere seither jedes Jahr knapp 30 Kilogramm Schokolade. Diese verschenke ich dann oder esse sie auch ganz gerne selber..hahaha.

Was sollten wir sonst noch über dich wissen?
Mich gibt es zweimal..hahaha. Ich habe einen eineiigen Zwilling, der euch eventuell mal über den Weg läuft.

Die letzte Frage, aber die Wichtigste: Wann bringst du mal deine Schokolade mit?
Na klar, ich plane auf nächste Ostern wieder eine Ladung zu machen, ihr müsst euch also noch etwas gedulden - dafür wird es sich lohnen!

Vielen Dank Dominik für deine Offenheit. Schön bist du hier und weiterhin einen guten Start.





Evangelische Kirchgemeinde Wil
Toggenburgerstrasse 50
9500 Wil
071 555 58 00
Öffnungszeiten Sekretariat:
Montag bis Freitag: 09.00 bis 11.00 Uhr
Montag und Donnerstag: 14.00 bis 16.00 Uhr

Die Kreuzkirche ist täglich von 07.00 bis 19.00 Uhr für individuelle Besuche geöffnet.
Bereitgestellt: 14.08.2026     Besuche: 7 heute, 31 Monat