Israelreise, Jerusalem 2

Gesamtfoto (Foto: Nicole Winzeler)

Heute stehen schwere Themen auf der Programm:
Zuerst besuchen wir Yad Vashem auf dem Herzlberg, später sind wir mit der Grenzmauer zu Ostjerusalem konfrontiert.
Markus Lohner
Auch den achten Tag beginnen wir mit einem herrlichen Frühstück. Anders als wir es uns gewohnt sind, stehen auch Salat, Fisch und Shakshuka auf dem Buffet. Die Stärkung brauchen wir, ist unsere Tour am achten Tag doch sehr ernsten Themen gewidmet.
Den Morgen verbringen wir in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Wir sind mit dem unfassbaren, unendlich Traurigen konfrontiert. Es geht sehr sehr nahe. Fragen ohne Antworten bleiben im Raum stehen.
Und doch, die Tatsache, dass wir in Israel sind, dem Flecken Erde, wo die Juden Zuflucht gefunden haben und immer noch finden, bedeutet Hoffnung und Zukunft.
Ganz am Ende des langgestreckten Museums, dort wo man wieder ins Freie tritt, erreicht uns Kinderlachen von weit her. Das Leben ist stärker als der Tod.

Nach einem kurzen Abstecher zum Flughafen, wo wir unseren PCR Test machen, den wir für die Rückreise benötigen, fahren wir entlang der Mauer, die Israel und die Palästinensergebiete voneinander trennt. Später passieren wir auch noch einen Checkpoint und sehen, wie Menschen, die von der Arbeit nach Hause gehen, das mühsame Prozedere beim Übertritt von West - nach Ostjerusalem über sich ergehen lassen müssen.
Die Eindrücke sind beklemmend und stimmen traurig. Sie lassen einen ratlos und ohnmächtig zurück.

Der Abschluss des Tages fühlt sich wie ein grosser Kontrast zum bisher gesehenen an.
Wir erleben den Beginn des Sabbats an der Klagemauer. Einmal mehr werden wir hineingenommen in die besondere Stimmung, die dort herrscht. Ein Teilnehmer meint dazu. "Es ist schon fast himmlisch."
Gebet, Gesänge, Tanz - und eine tiefe Freude über den Allmächtigen, dessen Volk man sein darf. So erleben wir die Klagemauer an diesem schon etwas kühlen Oktoberabend.
Wir finden, dass wir uns ein Stück von dieser Ausgelassenheit abschneiden könnten. Das würde uns gut tun.
Morgen steht bereits der letzte Tag unserer Reise auf dem Programm. Geplant sind für die, die mögen, ein Besuch in einer Synagoge und nochmals eine Runde in der faszinierenden Altstadt.
Bereitgestellt: 22.10.2021